Reittherapie

_MG_7715.jpg.pReittherapie ist der Oberbegriff für verschiedene Formen (zum Beispiel pädagogische, therapeutische, heilpädagogische, ergotherapeutische, physiotherapeutische) der Begleitung mit Hilfe des Pferdes.

Wir bieten das „Heilpädagogische Reiten und Arbeiten mit dem Pferd“ an, welches vom Förderkreis für therapeutisches Reiten (www.foerderkreis-therapeutisches-reiten.de) gelehrt wird. Voraussetzung für den Erhalt einer Zertifizierung vom Förderkreis für therapeutisches Reiten ist eine pädagogische, therapeutische oder heilpädagogische Grundausbildung mit anschließender Berufserfahrung, eine reitsportliche Ausbildung (mindestens Übungsleiterniveau), eine reittherapeutische Assistenzausbildung (beinhaltet unter anderem die Schulung von Therapiepferden, artgerechte Pferdehaltung und gesunderhaltenes Training) sowie eine Zusatzausbildung zur Reittherapie, Fachrichtung „Heilpädagogisches Reiten und Arbeiten mit dem Pferd“ mit persönlicher Eignungsprüfung.

In der heilpädagogischen Arbeit mit Pferden werden für die Entwicklungsförderung besonders drei Wahrnehmungsbereiche gezielt angesprochen:

  • die taktile Wahrnehmung (Tastsinn)
  • die vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtssinn)
  • die kinästhetische Wahrnehmung (Stellungssinn und Tiefenwahrnehmung)

Diese drei Wahrnehmungsbereiche stellen aus heilpädagogischer Sicht das Fundament für die weitere Entwicklung dar. _MG_7768.jpg.pDas Pferd spricht diese drei Bereiche sehr stark an, so dass es die heilpädagogische Arbeit besonders bereichert. Im Gelände kann die Förderung dieser Bereiche gut unterstützt werden. Die Bodenbeschaffenheit (zum Beispiel Steine, Hölzer, Wurzeln, bergauf und bergab) stellen unser Gleichgewichtssinn mit dem Pferd auf die Probe. Die verschiedenen Tasterfahrungen (trocken, matschig, lehmig, glatt, nass, kalt, hart) bieten umfangreiche Möglichkeiten, die taktile Wahrnehmung anzusprechen. Beim Putzen, Führen der Pferde oder zum Beispiel beim Schieben einer Schubkarre wird intensiv unsere Tiefenwahrnehmung angesprochen.

Wir nutzen die Herausforderungen der Natur und den Aufforderungscharackter, der uns im Freien geboten wird. Die Klienten und Tiere sind motiviert und können gemeinsame „Ausflüge“ genießen.

Ein Pferd kann uns tragen, schenkt uns Wärme, kommuniziert hauptsächlich non-verbal, wir können die Atmung und den Rhythmus spüren. Es nimmt uns vorurteilsfrei an und kann uns ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.

Durch die Präsenz des Pferdes und seine natürliche Lebensart, jederzeit auf die Gegenwart zu reagieren, können wir im Hier und Jetzt zu uns finden. Das Pferd spiegelt uns authentisch und macht uns auf mögliche Lernziele aufmerksam.

DSC_0371Wir lernen von den Pferden:

  • einen ehrlichen Umgang mit uns selbst
  • Steigerung des Selbstbewusstsein
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Einschätzen der eigenen Stärken und Grenzen
  • Stärkung des Durchsetzungsvermögens
  • Förderung von körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten
  • abschalten können, das Hier und jetzt leben
  • Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen
  • gutes Beobachtungsvermögen